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RADICOFANI
Der Ort Radicofani erhebt sich hoch oben auf einem Huegel
in 780 m an den Auslaeufern des Monte Amiata. Seine strategisch
guenstige Lage ueberragt die Via Francigena und die Taeler des Paglia
und des Orcia. Das seit dem Mittelalter sehr lebhafte Handelszentrum
hatte im 13.Jh. die umliegenden Gemeinden unterworfen und veranlasst,
dass die Via Francigena nun direkt unterhalb der Mauern seiner Burg
vorbeifuehrte.
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In
den Gassen des "Borgo" lebt noch heute die eindrucksvolle
und malerische Atmosphaere des Mittelalters, und ein Bummel durch
die engen Strassen, kleinen Boegen und Bogengaenge von Radicofani
wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Ortskern von Radicofani
ist nicht von der Renaissance beeinflusst worden, da die Grossherzoege
seine perfekte Schoenheit erkannten und in der unmittelbaren Umgebung
ihre Villen errichteten. Auch in juengster Zeit wurde der antike Ortskern
respektiert, und neue Wohngebiete liegen heute oestlich und westlich
des mittelalterlichen Zentrums.
Die herrliche Burg von Radicofani stand im Mittelpunkt lebhafter
Streitigkeiten zwischen der Familie Aldobrandeschi und dem Kloster
San Salvatore, welche beide vor dem Kaiser Enrico IV den Besitz beanspruchten.
Am Ende gewannen die Moenche, aber die Streitigkeiten um die Festung
brachen bald wieder aus: dieses Mal zwischen Siena, den Kaisern und
den Paepsten. Im 13.Jh. wuchs, dank der Einnahme der umliegenden Gemeinden
und der Verschiebung der Via Francigena direkt unter die Mauern der
Burg, der durch den Handel bedingte Reichtum von Radicofani. Die Burg
blieb weiterhin Mittelpunkt des Interesses von politischen und militaerischen
Persoenlichkeiten jener Zeit, bis es 1411 Siena gelang, die Burg endgueltig
einzunehmen. Unter der Herrschaft von Siena wurde die "Fortezza",
die maechtige Festung, erbaut und die Verbindung mit der Via Francigena
unterbrochen.
Die Festung ist eine komplexe Verteidigungsanlage, die die
mittelalterliche Burg und die wenigen Reste der von den Medici im
16.Jh. errichteten Wehrmauern umschliesst. Unter Cosimo I de 'Medici,
mit dem Eintritt Radicofanis in das Grossherzogtum Toskana, wurde
naemlich die von Siena errichtete, aber in den vorherigen Jahrhunderten
stark zerstoerte Festung restauriert. Die folgenden Verwaltungen vernachlaessigten
voellig die Festung, da Radicofani seine strategische Wichtigkeit
verloren hatte.
In Radicofani sollte man unbedingt die Kirche Sant'Agata mit
ihrer gothischen, im 18.Jh. erneuerten Fassade besichtigen, die ein
Andrea della Robbia zugeschriebenes Altarbild enthaelt. Auch die Pfarrkirche
San Pietro, eines der schoensten Beispiele der romanisch-gothischen
Architektur des gesamten Gebietes Amiata, ist sehr sehenswert. Ein
schoener Ausflug in die Umgebung von Radicofani fuehrt nach Contignano,
einem hoch ueber der Val d'Orcia und dem Tal des Frosone auf einem
Felsen gelegenen Borgo. Der Grundriss des aus dem 13.Jh. stammenden
Ortskerns hat eine besondere, ovale Form. Der hervorragende Zustand
des Zentrums, des Turms und der Wehrmauern der Burg machen Contignano
zu einem der eindrucksvollsten Ziele aller Freunde von Atmosphaeren
alter Zeiten. |
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