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ETWAS GESCHICHTE
In der gesamten Gegend um die Apuanischen Alpen finden sich
Zeugnisse urzeitlichen menschlichen Lebens: die Funde belegen, dass
der Mensch schon im Palaeolithikum im nordwestlichen Teil der Toskana
lebte. Spaeter kamen Etrusker und Roemer, die auf den Gipfeln die
Apuanischen Ligurier, ein besonders stolzes, kriegerisches Volk,
bekaempften.
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Erst
im Jahre 174 v.Chr. gelang es den Roemern, die Apuanischen Ligurier
endgueltig zu besiegen. Es waren die Roemer, die mit dem Marmorabbau
begannen, um das kaiserliche Rom - auf dem Hoehepunkt seiner Macht
und Expansion - weiter auszubauen.
Der Beginn der intensiven Ausbeutung der Marmorvorkommen bedeutete
fuer die apuanischen Alpen eine Verknuepfung ihres Schicksals mit
dem der nahen Versilia: von diesem Kuestenabschnitt legte die kostbare
Ware ab, um in die Werkstaetten der bekanntesten Kuenstler jener Zeit
zu gelangen, die den apuanischen Marmor in Meisterwerke der Skulptur
und Architektur verwandelten. Die apuanischen Alpen und die Versilia
blieben bis zur Ankunft der Langobarden um 640, als die einst wichtigsten
Staedte verlassen wurden, Kolonien des roemischen Reiches.
Vom 11.Jh. wurde die Kueste der Versilia hart von den Staedten
Florenz, Pisa, Lucca und Genua umkaempft, die sich die Herrschaft
einer fuer den Verkehr so strategisch guenstigen Gegend streitig machten.
Das Schicksal der apuanischen Alpen folgte dem der Versilia, dem einzigen
Absatzmarkt fuer seine Erzeugnisse. Die schweren Kaempfe hielten bis
ins 15.Jh. an, als sich endlich das allgemeine politische Klima beruhigte.
Um die Mitte des 16.Jh.s verstaerkte Lucca seinen Einfluss
an der Kueste und dehnte ihn bis ins apuanische Hinterland aus. In
den darauffolgenden Jahrhunderten unter der Herrschaft der Medici,
und als die apuanischen Alpen Teil der grossherzoeglichen Besitzungen
wurden, blieb der Abbau der Marmorvorkommen der Haupterwerbszweig
dieser Gegend. Das in den apuanischen Alpen abgebaute Gestein diente
in der bluehenden Renaissance zum Bau der schoensten Bauwerke von
Florenz, Symbol des Hoehepunktes der Kuenste im 16.Jh.. Die florentinischen
Denkmaeler, die Werke seiner beruehmtesten Kuenstler wie Michelangelo,
sind indirekte Zeugnisse von dem bluehenden Marmorabbau im nordwestlichen
Teil dieser Region.
Nach der italienischen Einheit dauerte der bluehende Abbau
in den apuanischen Alpen weiter an. In der Nachkriegszeit ermoeglichten
technische Neuerungen die Intensivierung des Arbeitsrythmuses und
verbesserten die Sicherheitsbedingungen der Bergarbeiter. Nach einer
Schaetzung gibt es heute etwa 400 aktive Steinbrueche mit ueber 2000
Angestellten. Die damit verbundenen Zulieferbetriebe beschaeftigen
fast 8000 Personen, und die Nachfrage nach Marmor, sei es auf dem
Binnenmarkt, als auch auf dem internationalen Markt, ist in staenigem
Anstieg. Leider bezahlt die Umwelt die Vorteile fuer Arbeitsmarkt
und Wirtschaft: die Landschaft der apuanischen Alpen und der Versilia
traegt die unleugbaren Zeichen des Abbaus.
Die weissen Marmorstreifen, die Steinbrueche und die dorthin
fuehrenden Strassen sind die Hauptmerkmale dieses Teils der Toskana
und bedrohen auch die noch unberuehrten Waelder auf den Berggipfeln.
Der Aktivismus der Umweltschuetzer, Alpinisten und Speraeologen, sowie
der Beginn eines allgemeinen Umweltbewusstseins, haben wenigstens
bewirkt, dass ueber die Zerstoerung der Umwelt und undisziplinierten
Abbau diskutiert wird. Eine Loesung des Problems ist noch weit entfernt,
aber ein Schritt in die richtige Richtung wurde mit der Einrichtung
des Naturschutzgebietes Parco della Alpi apuane bereits gemacht..
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