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BERGE >> PRATOMAGNO

ETWAS GESCHICHTE

Seit den Zeiten der Etrusker spielte die Via dei Setteponti, die die maechtigen Staedte Arezzo und Fiesole verband, eine fundamentale Rolle fuer die Entwicklung von Siedlungen und Handelsplaetzen.
Die Strasse Setteponti gewann unter den Roemern weiter an Bedeutung, als auch die Pflasterung bedeutend verbessert und die Strasse sicherer gemacht wurde. Die Setteponti garantierte somit die Verbindung mit der restlichen Welt, und verhinderte die voellige Isolation des Pratomagno.
Die Vitaliteat der lokalen Bevoelkerung zeigte sich im Laufe der Jahrhunderte sowohl in der fuer den Aufschwung notwendigen Nutzung des Territoriums, als auch im Bau authentischer Meisterwerke kirchenunabhaengiger und religioeser Architektur, die noch heute sichtbar sind. Jeder Meter Land im Pratomagno dokumentiert die lebendige Verbindung zwischen Mensch und Umwelt, die harte Arbeit einer erfinderischen Bevoelkerung, die alle verfuegbaren Resourcen der Berge ausnutzte. Die Kraft der Fluesse diente zum Mahlen von Getreide und Spinnen von Wolle und wurde von den Eisenhuetten benutzt, um die fuer Tischler und Zimmermaenner noetigen Werkzeuge fuer den Ausbau der Ansiedlungen herzustellen.
Der Pratmagno erhielt im hohen Mittelalter seinen heutigen Aspekt, als die ersten befestigten Siedlungen auf hohen Plateaus entstanden. Von hier entwickelten sich die Zentren der mittelalterlichen Lehen. Castiglion Fibocchi, Pian di Scò und Loro Ciuffenna entstanden in der Zeit, als Italien von den Langobarden eingenommen wurde. Diese Barbaren waren Schuld an der Entvoelkerung und dem Niedergang fast aller italienischer Orte. Vor allem die romanischen Pieven entlang der Hauptverkehrsadern dienten nach dem Zusammenbruch des Roemischen Reiches als sozialer, politischer und wirtschaftlicher Treffpunkt.
Im Laufe der Jahrhunderte entstanden immer mehr Herbergen fuer Pilger, Burgen und Gaststaetten, und es gab keine weiteren tiefen Krisen oder Entvoelkerungen mehr. Im Mittelalter wechselten sich die Einfluesse von Arezzo und Florenz auf dem Territorium des Pratomagno ab, bis dann das gesamte Gebiet unter die Herrschaft der Medici kam. Die an der Setteponti gelegenen Orte zeichneten sich von den anderen, unter Medici-Herrschaft stehenden, durch ihre grosse Kapazitaet bei der Verwaltung des Territoriums aus: die Faehigkeit die Hauptverkehrswege, die Muehlen und die hydraulischen Werke fuer die Wasserverteilung in gutem Zustand zu halten. All dies garantierte eine gewisse Unabhaengigkeit und Autonomie von der zentralen Regierung in Florenz. Im 16.Jh. war es die Familie Medici, die die Werke zur Wasserkontrolle intensivierte und die ersten Versuche zum Schutz des Arnotals vor den haeufigen Ueberschwemmungen unternahm.
Im 17.Jh. wurden aus den befestigten Orten Wohngebiete, und die Ortskerne begannen sich auszudehnen. Die wichtigsten Ingenieure und Architekten dieser Zeit beschaeftigten sich mit der Instandhaltung der Verkehrswege, wie der Setteponti, und erbauten zwei neue Bruecken. Das 18.Jh. stand ganz im Zeichen der Trockenlegung der Talgebiete, um dort spaeter Siedlungen und Felder anlegen zu koennen. Der Grossherzog der Toskana drang auch auf die Erneuerung der Via Cassia, um den Handel des Pratomagna mit dem Rest Italiens anzukurbeln.
Im Laufe des 19.Jh.s entwickelte sich die landwirtschaftliche Aktivitaet noch weiter, auch wenn man unter der Herrschaft Napoleons die Wasserprobleme vernachlaessigte, was einige zerstoererische Ueberschwemmungen zu Folge hatte. Ein weiterer Wendepunkt des Pratomagno faellt mit der italienischen Unabhaengigkeit zusammen, als die Industrie in der Valdarno-Region einen grossen Aufschwung erlebte, was auch im Hinterland spuerbare Folgen hatte. Auf den industriellen Aufschwung folgte ein Bevoelkerungsanstieg, sodass die Maschen des Kontrollnetzes des Territoriums weiter wurden. Diese Gegend war seit jeher sehr aufmerksam und wenig gewillt, dem Interesse einzelner Privatleute nachzugeben.
Der Aufschwung von Landwirtschaft und Viehzucht, verbunden mit der Zunahme von Manufakturen und Staedten, bedeutete die Ausdehnung der Ortskerne und Migrationen der Bevoelkerung in die Orte der Taeler. Waehrend des Zweiten Weltkrieges dienten die strategischen Verbindungsstrassen, die den Pratomagno durchzogen, den Partisanen zur Organisation ihrer Resistenz. Die Deutschen  fuehrten hier eine grosse Anzahl an Hinrichtungen von Partisanen aus. In der Nachkriegszeit fuehlte der Pratomagno das starke Wachstum der Industrie im Arnotal: teils wurden eigene Industrieanlagen errichtet, teils kamen von hier die Arbeitskraefte fuer die Valdarno Gegend. In den Fuefziger Jahren  setzte eine massive Auswanderung aus den Bergorten ein, die vor allem die juengeren Bevoelkerungsschichten entfernte.
Trotz der Emigration sind aber Braeuche, Gewohnheiten und traditionelle Aktivitaeten erhalten geblieben - wie z.B. der Anbau koestlicher landwirtschaftlicher Produkte und die Weiterverarbeitung von Eisen und Holz. Die starke Beziehung, die seit jeher die Menschen des Pratomagno mit ihren Bergen verbindet, hat zur Folge gehabt, dass das Territorium mit Intelligenz und Ausdauer verwaltet und geschuetzt wurde, sei es vor zu intensiver Ausbeutung, sei es vor der voelligen Emigration. Die Touristen von heute treffen also auf eine gut erhaltene Landschaft, wo zusammen mit der Natur auch von Menschen geschaffene Werke erhalten sind, die die Identitaet des Pratomagno gepraegt haben. Beispiele sind die Strasse Setteponti,  die historischen Orte und die vielen Kultstaetten.




















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